der KV Zurich Business School:
CULTURAL IDENTITY AND TOURISTIC DEVELOPMENT
2006-2009
In diesem Schulprojekt, bei dem zwei Lehrende und vier Schulklassen beteiligt waren, ging es zunächst darum, bekannte Stereotypen und Vorurteile bezüglich der Teilnehmerländer zu eruieren und zu bestätigen oder widerlegen. Eine der Bedingungen ist dabei, dass die Lernenden verschieden Möglichkeiten des Computers und des Internets anwenden sollten. In einem ersten Schritt nahmen die Schüler via E-Mail Kontakt mit den Schülern der Partnerschulen auf. Anfangs waren Schulen aus Griechenland, Spanien, Italien, Frankreich, Nordirland, Portugal, Deutschland, Schweden, Norwegen, Finnland und Schottland beteiligt. Gegen Schluss bestand die Projektgruppe dann noch aus den Ländern Frankreich, Italien, Nordirland, Finnland, Norwegen, Deutschland und Schweden neben der Schweiz. Die Kommunikationssprache war Englisch und Französisch.
Nachdem die Schüler anfangs via E-Mail miteinander Kontakt aufgenommen hatten, war ihre erste Aufgabe, sich persönlich durch eine Powerpointpräsentation oder in einem Worddokument vorzustellen. Diese sind hier aus Persönlichkeitsschutzgründen nicht aufgeführt. Dieser Part wurde 'I-Part' genannt. Im 'We-Part', der darauf folgte, war die Aufgabe, die Region als solche vorzustellen. Dies wurde in einer Powerpointpräsentation getan und auf der Comenius-Homepage aufgeschaltet (http://www.gabriela-enderli.ch/Comenius0609.htm).
Im darauf folgenden 'You-Part' ging es darum, herauszufinden, was die Einheimischen über die anderen Nationalitäten dachten. Dafür entwickelten wir für unsere Schüler einen Fragebogen, mit dem sie eine gewisse Anzahl Personen aus der Umgebung befragten. Die Schüler aller Länder stellten Ihren Mitbürgern dieselben Fragen. Die Ergebnisse fassten sie dann auf einer Exceltabelle zusammen, die für die Schweizer Seite unter dem 'You-Part' auf unserer Homepage abrufbar ist.
Bei einem unserer Treffen wurden sodann die Werte der Umfrage mit den jeweiligen Selbstwahrnehmungen verglichen, die manchmal erheblich voneinander abwichen. Zur Wahrnehmung der Schweiz in den beteiligten Staaten muss generell gesagt werden, dass sie in den anderen Ländern Europas nicht sehr ausgeprägt stattfindet. Man empfindet Schweizer allgemein als nicht sehr auffällig oder interessant, aber reich und höflich, die Schweiz als solche als schön, aber sehr teuer. Während die Schweizer gern verschiedene Reiseziele als attraktive Urlaubsorte angaben, wählte kaum eines der teilnehmenden Länder die Schweiz als Reiseziel.
Auf dieser Homepage veröffentlichen wir ausschliesslich die Arbeiten und Ansichten der Schweizer gegenüber anderen Ländern und deren Bewohner. Um ein Gesamtbild über alle teilnehmenden Länder und deren Ergebnisse zu erhalten, verweisen wir auf die Website des Projektleiters Yves Léglise (http://www.tourismes.info/culture/productions.htm).
Der Genauigkeit halber muss gesagt werden, dass an diesen Umfragen lediglich die Regionen der beteiligten Schulen teilnahmen und man deshalb nicht von einem Gesamtbild des einzelnen Staates sprechen kann. Es ist allenfalls eine Tendenz. Unsere Mehrsprachigkeit kommt bei unseren Arbeiten insofern zum Ausdruck, als gewisse Produktionen auf Englisch, andere auf Französisch bearbeitet wurden (Deutsch konnte nicht verwendet werden, da es ausser in Deutschland niemand in den beteiligten Ländern verstehen würde). Ausserdem zeigt der Film unserer Schüler die verschiedenen kulturellen und sprachlichen Regionen der Schweiz. Die Produktionen werden entsprechend der Projektsprachen auf Englisch oder Französisch dargestellt:
WE-Part (About us):
Switzerland (Powerpoint Presentation)
SWITZERLAND (Film)
Ticino Zurich Lucerne Bienne Coire Zermatt
Religious Traditions
YOU-PART
(What people in Switzerland think of other countries):
Ziel diese Projektes war und ist es, herauszufinden, wie man negative Vorurteile verringern kann im Lichte der allgemeinen Globalisierung und kulturellen Durchmischung. Es fing schon damit an, dass unsere Schüler zu einem grossen Teil mindestens zwei verschieden Regionen und Kulturen, teilweise auch Religionen, verkörperten und sich selbst erst bewusst werden mussten, als was sie sich fühlten: als Schweizer oder Italiener, als Deutscher oder Türke, als Franzose oder Afrikaner, als Korse oder Franzose, etc. Diese Bewusstseinsbildung seitens der Schüler warf schon einige Fragen auf führte zu interessanten Diskussionen. Wenn beispielsweise unsere Schüler mit türkischem Hintergrund in der Schweiz sehr gut integriert sind, fanden sie bei einem der Treffen doch auch sofort Anschluss mit Schülern aus Deutschland, die ebenfalls aus türkischen Familien stammen.
Eine der Erkenntnisse am Schluss diese Projektes ist, dass nicht alle Stereotypen stimmen, dass aber auch einige bestätigt wurden. Sehr spannend ist dabei, dass die betroffenen Personen, die ein solches Vorurteil bestätigen, sich dessen nicht bewusst sind.
Es war den Projektleitern bewusst, dass das Ziel dieses Projektes nicht etwas materiell Greifbares erzeugen könnte. Wie will man physisch beweisen, dass dieses oder jenes Vorurteil abgebaut werden konnte? Dennoch sind wir der Überzeugung, dass durch Arbeiten und Gedankenaustausche sowie gegenseitige Besuche einen grossen Teil zum Abbau von Vorurteilen und daraus hervorgehenden Konflikten beitragen kann. Eines dieser Vorurteile konnten wir nicht bestätigt sehen: In Uppsala war bei weitem nicht jeder blond, was unsere schwedischen Gastgeberinnen mehrmals betonten.
Während an den Produktionen jeweils ganze Klassen beteiligt waren, kommen zu den Treffen jeweils 1-6 Lernende als Vertreter mit. Dabei führten sie ihre Produktionen vor, wobei auch einmal ein kleiner Sketch an Ort und Stelle (Belfast) von den Schülerinnen vorgespielt wurde.
Zum Thema Traditionen wurden auf Wunsch der deutschen Partner die religiösen Bräuche insbesondere im Hinblick auf Weihnachten beleuchtet, was sich wiederum in einer Powerpointpräsentation der jeweiligen Länder niedergeschlagen hat.
Zur Veröffentlichung unserer Arbeiten möchte ich zunächst auf diese Homepage hinweisen sowie auf die Gesamtwebsite meines Kollegen Yves Léglise. Ausserdem war kurz nach unserem Treffen in Uppsala eine Coverstory darüber in From eines Tagebuches des teilnehmenden Schüler und Schülerinnen auf der Homepage der KV Zurich Business School aufgeschaltet. Neben dieser offiziellen Kommunikation taten unsere Lernenden auch das ihre, um die Erfahrungen während des Projektes mit ihren Familien und Freunden zu teilen.
Ein Ziel der weiteren Verbreitung unserer Arbeiten und Resultate ist es, diese in einer lokalen Zeitung und/oder Fernsehen bekannt zu machen. Unsere Partnerschulen taten dies jeweils im Rahmen eines Treffens, wo sie Gastgeber waren. Dies konnten wir nicht tun, da wir zwar eine Einladung nach Zürich anboten, unsere Partner diese jedoch dankend ablehnen mussten, da Reisen in ein Nicht-EU-Land nicht finanziell von der EU unterstützt werden.
Dennoch finden wir es angebracht, auch bei uns eine solche Veröffentlichung vorzunehmen. Dies nicht nur, um andere Schulen, die ein ähnliches Projekt planen, zu unterstützen, sondern auch, um die Möglichkeiten solcher Studienaustausche bekannt zu machen.